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Grußwort von Landesbischof Dr. Ulrich Fischer:
 Liebe Mitglieder der Kirchengemeinde Schönau,
S
ie weihen die "Schönauer Schöpfungsfenster" Ihrer Kirche ein. Zu diesem besonderen Tag möchte ich Sie herzlich grüßen und Gottes Segen wünschen.
                   Wenn man als unbefangener Hörer mitbekommt, daß eine Kirchengemeinde Fenster ihrer Kirche einweiht, dann denkt man zunächst an künstlerisch gestaltete Fenster eines Kirchenraumes, die durch ihre Aussagekraft einen Teil biblischer Botschaft bildhaft verdeutlichen. Und in der Tat hat diese Art elementarer Verkündigung durch Kirchenfenster in der Geschichte der Kirche eine lange, gute Tradition. Wie gesagt, daran denkt man zuerst und überhaupt nicht, wie das bei Ihnen der Fall ist, an eine technische Anlage auf dem Kirchendach, die noch dazu gebaut ist, elektrischen Strom zu erzeugen.
                   Mit der Verknüpfung der alten Tradition des "Lehrbildes" eines Kirchenfensters mit den Fenstern einer Solaranlage weisen Sie all jene, die es sehen, darauf hin, daß wir im Umgang mit der Schöpfung Gottes einer neuen phantasievollen Sorgfalt bedürfen, die technisch Machbares mit ökogisch Sinnvollem verbindet. Und was ich besonders sympathisch finde, ist, daß Ihr Tun nicht eine der vielen Demonstrationen gegen etwas ist, sondern eine eindrucksvolle tatkräftige Demonstration für etwas, nämlich für mehr Phantasie und Bereitschaft, alternative Konzepte in der Energiefrage durchzudenken und anzupacken.
Ich weiß, daß Sie dazu viel Überzeugungsarbeit leisten mußten, auch in der Auseinandersetzung mit den berechtigten und nicht einfach wegzuwischenden Anliegen des Denkmalschutzes.
Aber was ist denn die eigentliche Aufgabe eines Denkmals? Doch die, zum Denken anzuregen! "Denk mal!" im wörtlichen Sinne. Denk mal, was Gott uns Menschen mit seiner Schöpfung anvertraut hat! Denk mal, daß auch unsere Kinder und Enkel noch menschenwürdig leben wollen! Denk mal, daß nicht alles, was wir Menschen heute technologrsch vermögen, letztlich auch ökologisch und gesellschaftlich verantwortbar und lebensdienlich ist.
Ob die Photovoltaiktechnik tatsächlich die Technologie der Zukunft ist, werden erst die nächsten Jahrzehnte erweisen. Wichtiger aber ist, daß hier ein ernsthafter Versuch unternommen wird, mit regenerierbaren Ressourcen und möglichst geringen Folgelasten für die künftigen Generationen Energie zu erzeugen.
               "Öffnen Sie die Schöpfungsfenster!", so schreiben Sie in Ihrer Einladung zur Einweihung. Ich denke dabei auch noch an ein bestimmtes Fenster in der Bibel. "Als die Sintflut vorüber war", so erzählt die Urgeschichte, "öffnete Noah eine Luke, ein Fenster an der Arche, um Ausschau zu halten..." Fenster öffnen, um Ausschau zu halten nach Leben und Lebensdienlichem -ich meine, das ist auch eine schöne Beschreibung der Aufgaben der Kirche in heutiger Zeit. Gott schenke uns, daß wir als Kirche immer wieder diesen Dienst zu tun bereit sind: Fenster zu öffnen, nach Leben Ausschau zu halten und damit gegen allen Pessimismus und gegen alle Resignation der Sachzwänge zuversichtlich zu bezeugen, daß Gott Leben will.
In diesem Sinne grüße ich Sie alle herzlich
Ihr
( Unterschrift)
Dr. Ulrich Fischer
Landesbischof
Karlsruhe, 8. Juni 1999

Da unten im Keller saut die Scheibe wie verrückt" 
Die Karriere vom Land- zum Energiewirt: immer mehr Bauern setzen auf die Solartechnik als zusätzliche Einnahmequelle 
BESIGHEIM. Aus den Gegnern von einst sind überraschend Freunde geworden. Tatsächlich machen immer mehr Ökologen und Landwirte gemeinsame Sache und bauen Fotovoltaikanlagen. Dabei handelt es sich um ein lukratives, weil stark subventioniertes Geschäft.
Von Wolfgang Albers

Dies alles ist Albert Krauter untertan. Weiden, Getreidefelder, Rübenäcker, ein ausladendes Geviert von Ställen, Schuppen und Wohngebäuden: der Birkenhof, hoch gelegen auf einer Ebene über dem Neckartal, im letzten Zipfel der Besigheimer Gemarkung. Auf 65 Hektar, auf denen er sät und erntet, Vieh weidet und Gras mäht, kann der kräftig gebaute Landwirt von seinem Schuppendach schauen. Aber viel faszinierender sind dort oben 84 schwarz glänzende, schräg aufgestellte Solarzellen. Seit sechs Monaten stehen sie da, zwei dünne Kabel führen die Schuppenwand hinunter zu einem Stromzähler.

So einen hat auch Werner Lieberherr im Keller. Lieberherr betreibt einen Aussiedlerhof in Kirchheim am Neckar am nördlichen Zipfel des Landkreises Ludwigsburg. Seit drei Wochen ist auch er Besitzer einer Solaranlage, und er erinnert sich noch genau an den Moment, als der Elektriker die Module an den Zähler schloss: "Der Mann schaltete den Zähler ein - und plötzlich bewegte sich die Scheibe wie von selber, das war fantastisch, wie Weihnachten." Seitdem rennt Werner Lieberherr immer wieder in seinen Keller und stellt begeistert fest: "Da unten saut die Scheibe wie verrückt."
Die Freude an der alternativen Technik hat das Erneuerbare-Energien-Gesetz der rot-grünen Bundesregierung ausgelöst. Es garantiert feste Abnahmepreise für Alternativstrom - und das für die nächsten zwanzig Jahre. Wer aus einer Solaranlage Strom ins herkömmliche Netz einspeist, bekommt dieses Jahr 94 Pfennig pro Kilowattstunde - etwa viermal so viel, wie der Endverbraucher für seinen Strom bezahlt.
So lassen sich die Anschaffungskosten einer Solaranlage nach etwa 14 Jahren wieder einspielen. "Also keine Geschichte für die schnelle Mark", sagt Albert Krauter, "man muss ein Herz dafür haben." Aber immerhin: in späteren Jahren bedeutet Sonnenlicht wenigstens ein bisschen die Lizenz zum Gelddrucken - vor allem, wenn man eine Anlage hat, die große Mengen an Strom produziert. Damit sie das kann, braucht sie viel schattenfreien Platz - Bedingungen, die vor allem allein stehende Bauernhöfe mit ihren riesigen Schuppendächern bieten. Tatsächlich haben die Landwirte schnell auf die Vorteile des neuen Gesetzes reagiert. Allein im Kreis Ludwigsburg haben rund 20 Höfe solch eine Anlage auf dem Dach, sagt Peter Endres, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Er hat zwar keinen Hof, aber eine Anlage: bei seinem Chef, dem Kreisbauernverbandsvorsitzenden Karl Schmid, hat er ein Dach gepachtet. Und hofft, dass dies Schule macht: "Viele wollen in diese Technik investieren, haben aber kein Dach, und manche Bauern haben kein Kapital, aber genügend Dachfläche."
"Wenn ein Bauer Geld zusammengebracht hat, steckt er es oft in den Mietwohnungsbau. Meine Anlage hat jetzt samt neuer Halle 350 000 Mark gekostet - so viel wie eine neue Wohnung mit 80 Quadratmetern. Die bringt im Jahr 10 500 Mark Miete. Das krieg ich hier als Stromgeld, hab noch eine Halle, die ich nutzen kann, und muss mich nicht mit den Mietern ärgern", sagt dagegen Albert Krauter und ist froh, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen zu haben. Und auch Werner Lieberherr ist zufrieden ob der Investition: "Wenn ich auf dem Acker bin, muss ich selber arbeiten. Hier lass ich die Sonne für mich schaffen." Außerdem machte ihm sein Sohn Bernd klar: "Deine Rente ist nicht gerade der Hit." Jetzt läuft das Stromgeld als Teil der Altersversorgung auf den Vater.
Und zum Praktischen passt auch das Prinzipielle. Werner Lieberherr ist Demeterbauer, und die Umwelt war ihm schon immer wichtig, hier, wo die Dampfwolke des Atomkraftwerkes Neckarwestheim immer hoch am Horizont steht: "Ich hab demonstriert vor 30 Jahren, war einer der wenigen Bauern, die mit dem Traktor dabei waren. Von all den anderen Bauern sind wir ausgelacht worden." Da ist es schon eine kleine Genugtuung, plötzlich Vorbild geworden zu sein: "Schlagartig haben drei Bauern in der Nachbarschaft Interesse gezeigt."
Denn die ideologischen Fronten verwischen sich. Deshalb wird sich Albert Krauter bei der Bundestagswahl schwer tun. "Als Bauer sollt ich ja eigentlich die CDU wählen. Aber wenn ich an die Solarenergie denke, müsste ich für die Grünen stimmen." Dass die konservative Ausrichtung nicht mehr so stark ist wie früher, beobachtet auch Peter Endres. "Reines Stimmvieh für eine Partei sind die Bauern nicht mehr. Wenn die Grünen etwas sagen, das für die Landwirtschaft sinnvoll ist, dann sind auch die Bauern Feuer und Flamme. Egal von welcher Partei die Politiker kommen: Wenn sie die regenerativen Energien fördern, sagen wir nicht Nein." 
Stuttgarter Zeitung ,  14.05.2002

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